Trapezprofile und Wellprofile 

Trapezprofile sind großflächige Bauelemente, die durch eine Profilierung ihre hohe Tragfähigkeit erhalten. Sie sind aus den Wellprofilen hervorgegangen, die schon seit etwa 100 Jahren in Europa bekannt sind. Die heute verbreitete charakteristische Profilform kam in den 50er Jahren aus den USA zu uns und hat ab etwa 1960 stetig und spürbar an Bedeutung gewonnen. Zurzeit beträgt der Anteil der tragenden, raumabschließenden Trapezprofile an der Gesamtfläche aller neuen leicht geneigten Dächer 90 %. Vor allem haben die einfache konstruktive Ausbildung und damit die einfache, schnelle Montage, die ansprechende formale Gestaltung und nicht zuletzt die Wirtschaftlichkeit der Trapezprofilbauweise zu deren Verbreitung geführt. Das von den einzelnen Herstellern angebotene Profilprogramm umfasst insgesamt ca. 60 Profilformen in Höhen von 10 mm bis 200 mm. Mit diesen Profilen können Stützweiten bis zu 10 m erreicht werden. Bogenprofilierungen erlauben aufgrund der Ausnutzung der Gewölbetragwirkung Stützweiten bis zu 20 m stützenfrei zu überbrücken. Trapezprofile werden im Dachbereich eingesetzt: als tragende Dachschale ohne Wärmedämmung, als tragende untere Dachschale eines einschaligen, oberseitig wärmegedämmten Daches und in zweischaligen Konstruktionen zusätzlich als obere Wetterhaut. Dachaufbauten mit Trapezprofilen besitzen sehr gute Schalldämmeigenschaften. Es werden bewertete Schalldämmmaße bis zu 53 dB erreicht. Wärmebrücken werden bei richtiger Verwendung thermischer Trennstreifen vermieden [IFBS 4.05], so dass hoch gedämmte Konstruktionen mit sehr guten U-Werten erstellt werden können. Im Wandbereich werden Trapezprofile und Wellprofile in der Regel als äußere Schale einer Kassettenprofilwand eingesetzt. Mit zweischaligen Trapezprofilwänden können hohe Anforderungen im Brandschutz erfüllt werden. Von Seiten des IFBS sind Brandprüfungen an F30 und W90 Stahltrapezprofilwänden durchgeführt worden. Die bauaufsichtlichen Prüfzeugnisse sind beim IFBS zu beziehen (Fachinformationen: [IFBS 6.02], [IFBS 6.03]).Trapezprofile werden auch in Deckenkonstruktionen eingesetzt. Im Trockenbau bilden sie tragende Deckenschale. Als verlorene Schalung für den Frischbeton ermöglichen sie eine deutliche Reduzierung der Stützen für den Bauzustand. Als Additivdecke werden Trapezprofile zunehmend im modernen Parkhausbau eingesetzt. Bei dieser Anwendung dient das Trapezprofil nicht nur als Schalung im Bauzustand, im Endzustand ist es darüber hinaus ein tragender Bestandteil der Deckenkonstruktion. Hierbei werden die Tragfähigkeiten des Betons und der Trapezprofile beide aktiviert. Ein weiteres bekanntes Einsatzgebiet ist die Verbunddecke. Mit speziell geformten Stahltrapezprofilen wird ein Verbund zwischen Beton und Stahl erzielt, so dass die Vorteile der verwendeten Materialien zum Tragen kommen. Der Beton übernimmt in diesen Deckenkonstruktionen die Druckkräfte, die Zugkräfte werden vom Verbunddeckenprofil aufgenommen.

Weitere Informationen zu Trapezprofilen und Wellprofilen finden Sie unter: [IFBS 3.02].